Hobby- und Kleintiermarkt am 14.08.2010

Leider wurden wir auf diesem Kleintiermarkt mit etwas schrecklichem konfrontiert.

Ein Verkäufer (ca. 15 Jahre) sprach uns an, weil ein Meerschwein, welches er verkaufen wollte, von einem seiner Kaninchen angegriffen und sehr gebissen wurde. Er zeigte uns das verletzte Tier mit der Frage, was man auf die Wunde wohl draufmachen könnte. Da gab es nicht draufzumachen, da es sich um eine ca. 2 cm lange, tiefe klaffende Fleischwunde handelte. Wir sagten ihm, dass dieses Tierchen ( 6 Wochen alt !) umgehend von einem Tierarzt behandelt werden muss. 

 

Der Junge sah uns erstaunt an und fragte: "Ja, aber lohnt sich das überhaupt?" Wir klärten ihn darüber auf, dass das Tierchen sonst sterben wird. Es kam dann der Einwand, dass man es dann ja auch an eine Schlange verfüttern kann!

 

Wir waren beide sehr entsetzt, da sich keinerlei Einsicht zeigte. Der Junge versuchte eher uns etwas zu besänftigen in dem er sagte, dass er ja mal nach dem Markt zum Arzt fahren kann.

 

Wir gingen an unseren Stand zurück und nach kurzer Beratschlagung waren wir uns einig, dem Jungen nicht glauben zu können, dass er mit dem Tierchen einen Arzt aufsuchen wird....im gegenteil, statt Geld für die Behandlung auszugeben wird er lieber Geld einnehmen indem er es als "Futtertier" verkauft. Der Junge ließ sich ohne Wenn und Aber darauf ein, dass wir das Tier mittels Überlassungsvertrag übernehmen und uns darum kümmern.

 

Glücklicherweise konnten wir sofort zu unsere Tierärztin fahren, so das der Winzling versorgt werden konnte. Die Wunde wurde  gereinigt,  geklammert und er bekam Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht.

 

Die Wunde des Kleinen- wir nannten ihn spontan Egon- muss jetzt täglich versorgt und beobachtet werden, bis die Klammern gezogen werden können. Natürlich bekommt er auch weiter Antibiotika zur Prophylaxe.

 

Sobald Egon vollständig gesund ist, wird er auf der Vermittlungsseite erscheinen. Im Moment sitzt er zusammen mit 3 anderen Böckchen und scheint den Schock erstmal vergessen zu haben.

 

Die Wunde ist für uns wieder mal ein klarer Beweis dafür, dass Meerschweinchen und Kaninchen nicht zusammen gehören, da ein Meerschwein keine Chance gegen Beiß- Attacken von einem Kaninchen hat.

 

Entsetzt sind wir natürlich über die Kaltschnäuzigkeit des Verkäufers (Züchters) was das Wohl seiner Tiere betrifft. Dieser Junge ist uns nun zum zweiten Mal negativ aufgefallen und wir werden die Daten an die zuständigen Mitarbeiter der Stadt Cloppenburg weitergeben mit der Bitte ihm künftig den Verkauf von Kleintieren auf dem Markt zu verbieten. Generell sollte sich die Stadt Cloppenburg ernsthaft Gedanken darüber machen, dass mittlerweile die Hälfte der Verkäufer "Kinder" sind, die leider Gottes ihre Tiere an andere Kinder verkaufen ohne das deren Eltern dabei sind. So etwas darf nicht sein.

2 Klammern mussten gesetzt werden um diese große Wunde zu verschließen
2 Klammern mussten gesetzt werden um diese große Wunde zu verschließen
Egon hat die Behandlung tapfer ausgehalten- vermutlich auch, weil er noch unter Schock stand.
Egon hat die Behandlung tapfer ausgehalten- vermutlich auch, weil er noch unter Schock stand.

Vielen lieben Dank nochmal an Frau Dr. Glup, dass wir am Samstag noch vor Ihrer Sprechstunde mit dem verletzten Tier zur Behandlung kommen durften.

Update 25.08.2010:

 

Der Pressesprecher der Stadt Cloppenburg hat uns mittlerweile per Mail mitgeteilt, dass künftig keine Minderjährigen mehr Kleintiere auf dem Hobbymarkt verkaufen dürfen. Ebenso werden Kontrollen verschärft.

 

Es ist schön, dass wir das erreicht haben und wir freuen uns auf eine noch engere Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt Cloppenburg auf dem Kleintiermarkt. 

 

 

Dem kleinen Egon wurden heute seine Klammern entfernt und die Wunde ist toll verheilt.

Egon wird in Kürze auf unserer Vermittlungsseite erscheinen.